Hinter den Kulissen: Ronnenberg macht sich winterfest | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Die Tage werden kürzer und die Temperaturen kälter. Während der Bauhof Beete und Grünflächen auf den Winter vorbereitet und das Streugutlager auffüllt, geht im Freibad Empelde die Saison zu Ende. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, was in Ronnenberg passiert, bevor der Winter kommt.

Hinter den Kulissen: Ronnenberg macht sich winterfest

„1.302 neue Pflanzen werde ich heute nachbestellen, die Liste liegt schon hier auf meinem Schreibtisch“, berichtet Martin Borchers, Leiter des Bauhofs in Ronnenberg und deutet auf einen aneinander getackerten Stapel an Zetteln. Es ist Ende August und der Herbst steht vor der Tür. Auf dem Bauhof ist das die Zeit, um sich auf die bevorstehenden Arbeiten in der kalten Jahreszeit vorzubereiten. Die Beete und Grünflächen müssen winterfest gemacht werden. Dazu gehören neben Baumrückschnitten und Fällungen auch Neupflanzungen. „Oft müssen wir bei den Beeten und Grünflächen erst einmal schauen, wie sie sich entwickeln, und dann Nachpflanzungen vornehmen. Außerdem steht im Herbst definitiv das Thema Laub im Vordergrund“, berichtet Martin Borchers. Wenn der Laubfall beginnt, ist ein Zweier-Trupp des Bauhofs den ganzen Tag mit dem Laubsauger in den Gossen unterwegs.

UNVORHERSEHBAR: WINTERDIENST IN DER STADT
Im Winter wird es dann noch einmal richtig arbeitsaufwändig. Im 2-Schichtbetrieb sind die Mitarbeiter des Bauhofs im Stadtgebiet unterwegs. Aufgeteilt auf vier Großfahrzeuge auf den Straßen und teilweise den Gehwegen und der Rest der Kollegen in Fußkolonnen, diese streuen dann die Bereiche um Fußgängerüberwege, Bushaltestellen und die Zugänge zu städtischen Gebäuden. „Allerdings sind wir in Ronnenberg nicht für alle Straßen zuständig“, betont Martin Borchers. Die Bundesstraßen werden von der Landesstraßenmeisterei bearbeitet, die Kreisstraßen von der Straßenmeisterei der Region Hannover. Für die gemeindeeigenen Straßen ist der Bauhof der Stadt Ronnenberg zuständig. „Was für alle Mitarbeitenden und auch für mich die größte Herausforderung beim Winterdienst ist, sind die unplanbaren Arbeitszeiten. Im letzten Winter, in dem der Schneefall besonders stark war, waren alle Arbeitskräfte im Winterdienst gebündelt, sodass all die anderen Aufgaben eine ganze Zeit lang liegen geblieben sind.“

Der Bauhof arbeitet dabei stets pragmatisch und flexibel. Im vergangenen Winter erhielt er beispielsweise Unterstützung durch ein weiteres Fahrzeug, das ein Landwirt für den Winterdiensteinsatz zur Verfügung stellte. „Die Winterdienstfahrzeuge zu fahren, ist wirklich nicht zu unterschätzen. Ich selbst habe im letzten Winter einen Einsatz auf dem LKW samt Räumschild gefahren. Das Fahrzeug ist ohnehin groß und die noch breitere Schaufel nimmt einem zum Teil die Sicht. Solche Fahrzeuge zu steuern, ist durchaus eine Herausforderung“, erzählt Martin Borchers.

ALLE KÖNNEN IHREN BEITRAG LEISTEN
Was das Streugut angeht, werden in einem durchschnittlichen Winter rund 100 Tonnen benötigt. Dabei wird in erster Linie ein Gemisch aus Split und Salz gestreut, bei starkem Glatteis kommt auch schon mal reines Salz zum Einsatz. Auf diese Weise arbeiten die Bauhofmitarbeiter hart, um Ronnenberg für alle im Winter sicher zu machen. Indes würde sich der Bauhofleiterüber die Unterstützung der Ronnenbergerinnen und Ronnenberger in den Wintermonaten freuen. „Im letzten Jahr haben wir festgestellt, dass es viele Unsicherheiten gab: Wenn ich ein Grundstück besitze, was sind hinsichtlich des Winterdienstes eigentlich meine Rechte und Pflichten? Dazu planen wir einen Flyer, der genau darüber informiert. Und dann kommen wir alle gemeinsam gut durch den Winter“, erklärt Martin Borchers.

AUF DEM TROCKENEN?
Doch nicht nur Straßen, Bäume und Beete müssen sich auf die kalte Jahreszeit einstellen. Auch ein typischer Sommerort wie das Freibad Empelde verändert sich im Winter. Im Sommer tummeln sich dort unzählige Menschen, erfrischen sich im Wasser, genießen ein Eis oder die beliebten Schwimmbadpommes. Doch was passiert eigentlich mit diesem besonderen Ort, wenn die Badesaison vorbei ist? Daniel Schiefer, Schwimmmeister im Freibad Empelde, weiß genau, was zum Saisonende zu tun ist. Die Vierbeiner beim Hundeschwimmen am 4. Oktober sind die Letzten, die in diesem Jahr das Becken offiziell nutzen. Danach beginnt für die Mitarbeitenden des Freibades die Zeit, in der sie das Bad Herbst- und Winterfest machen. „Dabei werden alle nicht befestigten Gegenstände, wie zum Beispiel die Strandkörbe, sicher und wetterfest verstaut und die Anlagen werden abgeschaltet“, berichtet Daniel Schiefer. Und das Wasser? Das verbleibt tatsächlich den Winter über im Becken, aus ganz praktischen Gründen. Zum einen kann sich Schmutz nicht am Material festsetzen, dort antrocknen und es beschädigen. Zum anderen besteht die Gefahr, dass das steigende Grundwasser in der kalten Jahreszeit das leere Becken nach oben drückt und dadurch Schäden entstehen. Abgelassenwird das Wasser deshalb erst im Frühjahr, bevor die neue Saison startet.

IM WINTERSCHLAF
Wenn die Arbeiten zum Saisonende abgeschlossen sind, beginnt für Daniel Schiefer die ruhigere Zeit des Jahres. „Ich blicke auf das Saisonende immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Auf der einen Seite freue ich mich auf das normale Leben, aber gleichzeitig freue ich mich schon auf die neue Saison – und für die habe ich schon wieder viele Pläne“, schmunzelt er. Denn lange bleibt das Freibad nicht ruhig. Die beliebten Veranstaltungsklassiker wie das Sommerfest oder die Schools-Out-Party stehen auch in der kommenden Saison wieder auf dem Programm. Und auch das Nachtschwimmen, das in diesem Jahr erstmals angeboten wurde, soll im kommenden Sommer stattfinden. Die Badegäste bedankten sich nach der Veranstaltung zum Teil sogar mit herzlichen Umarmungen bei dem Schwimmmeister. „So gut wurde das neue Angebot angenommen“, berichtet Daniel Schiefer freudig. Bis dahin bleibt im Freibad allerdings erst einmal Zeit für Ruhe und Vorbereitung. Auch wenn sich Ronnenberg im Winter auf den ersten Blick etwas ruhiger zeigt: Hinter den Kulissen ist einiges los. Damit die Stadt gut durch die kalte Jahreszeit kommt und im nächsten Frühjahr wieder bereit ist für neue Pflanzen, freie Straßen und ein Freibad voller Leben.